Wir haben nach langer Vorbereitung eine APP für die Selbsthilfe zuhause entwickelt. Nach unserer Kenntnis ist das der erste derartige Versuch.
Eine APP-Entwicklung ist leider teuer. Trotz unseres erheblichen Zeit- und Kostenaufwandes stellen wir Ihnen die komplette Anwendung derzeit noch kostlos zur Verfügung. Allerdings dürfen wir sie aus versicherungrechtlichen Gründen nur für Patienten freischalten. Am besten ist es natürlich, wenn Sie einen Termin bei uns vereinbaren. Es geht jedoch auch per Videosprechstunde, falls Ihnen die Anreise schwer fällt.
Falls Sie die App dann nützen, wären wir daher dankbar, wenn Sie uns ein Feedback geben, wie Sie mit der APP zurecht kommmen. Haben Sie Anregungen oder Kritiken? Wir werden versuchen, darauf einzugehen.
Viel Erfolg!




Die Diagnose eines posturalen Tachykardiesyndroms wird in der Regel mit Hilfe eines Kipptisches durchgeführt. Nach einer Phase im Liegen (10 Minuten) erfolgt dann das Aufrichten auf etwa 80°. Im Verlauf von 10 Minuten sollte dann ein Pulsanstieg über 30 Schläge pro Minute (oder >120) erfolgen ohne, dass sich der Blutdruck stark verändert.
Bei POTS scheinen in manchen Fällen die Kapillaren der Beine vermehrt Flüssigkeit ins Bindegewebe austreten. Je länger die Betroffenen stehen, desto mehr Flüssigkeit verliert sich im Gewebe.
Kurz gefasst geht es um folgenden Zusammenhang. Falls beim Stehen zu schnell geatmet wird, kommt es zu einem Abfall des CO2-Gehaltes im Blut. Dieser wiederum bewirkt eine Entstellung der Gefäße des Gehirns mit einer Minderdurchblutung.
Wenn Sie nach einer einfachen Therapie gegen POTS und posturale Hyperventilation suchen, dann werden Sie erst einmal enttäuscht. Es gibt nicht ein einziges Medikament, das dafür zugelassen wurde. Auch bei den anderen Verfahren ist es nicht so, dass eine einzige Maßnahme ausreicht, die komplexe Symptomatik erfolgreich zu behandeln.
Es gibt kein einziges zugelassenes Medikament gegen POTS! Daher ist deren Einnahme meist eher ein Versuch als eine kausale Therapie. Unsere eigenen Erfahrungen mit den Präparaten sind eher ernüchternd. Daher ist die medikamentöse Therapie bei uns eher die Ausnahme. Trotzdem können Medikamente im Einzelfall indiziert sein.
POTS ist eine komplexe Problematik bei der vielfältige Aspekte ineinander greifen. Vor allem wenn starke Erschöpfung zu der reinen Kreislaufstörung hinzukommt, wirken oft isolierte Maßnahmen nicht mehr. In diesem Fall sind umfangreiche Therapien nötig. Als Faustregel sollte vor allem das geübt werden, was am schwersten fällt.